15 Okt. „Lesen ist der Schlüssel zur Bildung – und manchmal reicht schon eine Stunde, um Türen zu öffnen.“
Julia berichtet, welche Kompetenzen sie im digitalen Projekt “Fit für Fünf” vermittelt.
AEB-Mitarbeiterin Julia Wolf arbeitet im Customer Success Management. Wenn sie von ihrem Ehrenamt als KinderHeldin erzählt, leuchten ihre Augen. Im digitalen Leseförderprojekt „Fit für Fünf“ begleitete die Vertrieblerin nacheinander zwei Viertklässlerkinder aus Mannheim auf ihrem Weg zu mehr Lesesicherheit, Sprachkompetenz und Selbstvertrauen.
2024 startete für Julia ihre Mentorenreise mit der zehnjährigen Alicia*. Wo das Mädchen am meisten Unterstützung brauchte, merkte sie schnell. Zu Hause spricht das Kind nur Englisch, entsprechend fiel Alicia* das Lesen in deutscher Sprache zunächst schwer. Eines brachte die Viertklässlerin jedoch von Anfang an mit: Neugier, Offenheit und den festen Willen, besser zu werden. Ein halbes Jahr lang trafen sich die beiden meistens montags für eine Stunde per Videokonferenz auf der Lernplattform – dem KinderHelden-Campus. Gemeinsam lasen sie Geschichten und spielten kleine Quizzes. Besonders Disney-Quizze hatten es der Viertklässlerin angetan. Fast nebenbei entstanden Gespräche über Schule, Hobbys und den Alltag.
Julia Wolf: „Schon nach den ersten Treffen hat Alicia* ihre Schüchternheit abgelegt. Wir haben ganz viel miteinander geredet – dass wir nicht in einem Raum waren, hat keinen Unterschied gemacht. Durch die gemeinsamen Treffen haben sich nicht nur ihre Lesefähigkeiten verbessert, sondern auch ihr Wortschatz.“
Der 29-Jährigen war wichtig, dass ihre Förderung den Spaß am Lesen fördert und für Erfolgserlebnisse sorgt. Darum versuchte sie, die Lernmaterialien an den Interessen des Mädchens auszurichten. Mit Erfolg: Mit jedem Treffen las die Viertklässlerin flüssiger, sprach sicherer und gewann an Selbstvertrauen. Am Ende schaffte sie sogar den Übergang aufs Gymnasium. Eine große Bestätigung für ihre Mentorin: „Ich freue mich sehr, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass Alicia* diesen Sprung geschafft hat.“
Neben dem Lesen konnte Julia aber auch wichtige eigene Erfahrungen für die neue Schule weitergeben: „Unsere Gespräche gaben Alicia* Sicherheit. Gerade für Kinder, deren Eltern das deutsche Schulsystem selbst nicht durchlaufen haben, kann ein Mentor oder eine Mentorin eine wichtige Orientierung geben.“
Motiviert durch diese positive Erfahrung förderte Julia nach Alicia* noch ein zweites Kind: den 10-jährigen Philippe*. Julia Wolf erinnert sich: „Für Philippe war es besonders wertvoll, regelmäßig mit einer Muttersprachlerin Deutsch zu sprechen. Wir haben vor allem daran gearbeitet, die Inhalte von Texten besser zu verstehen.“
Mentorin für ein Grundschulkind zu sein, ist für Julia eine bereichernde Ergänzung zum Berufsalltag und eine sinnstiftende Aufgabe. Sie schwärmt: „Das 1:1-Mentoring bei KinderHelden bringt wirklich viel. Hier habe ich einen direkten Einfluss und kann sehen, wie meine Unterstützung unmittelbar ankommt. Das finde ich besonders schön“, und sie ergänzt: „Ich komme in den direkten Austausch und erlebe Woche für Woche, wie die Kinder Fortschritte machen. Und das, obwohl die Treffen ‚nur‘ remote sind.“
Julia erklärt: „Für uns als AEB-Mitarbeitende gehört digitale Zusammenarbeit ganz selbstverständlich zum Arbeitsalltag. Deshalb war es für mich überhaupt nicht schwierig, ein Kind online zu begleiten. Im Gegenteil: Die Kinder fassen erstaunlich schnell Vertrauen und melden immer wieder zurück, wie viel Spaß ihnen unsere gemeinsame Stunde macht. Außerdem ist digitale Kommunikation eine wichtige Kompetenz. Die digitale Welt gehört heute einfach zum Leben dazu. Umso schöner ist es, wenn die Kinder dabei gleichzeitig ihre Sprachkompetenz stärken.“
Auch die hochwertigen Lernmaterialien und die professionelle Begleitung sprechen ihrer Meinung nach klar für das Ehrenamt. Zwar benötigte sie selbst nur selten Unterstützung, doch das Angebot gab Julia zusätzliche Sicherheit. „Man braucht keine pädagogischen Vorkenntnisse, um sich bei KinderHelden zu engagieren. Eine Stunde Zeit reicht.“ Für sie zeigt das Projekt vor allem eines: Sinnstiftendes Engagement muss nicht viel Zeit kosten.
Dass AEB die für das Ehrenamt aufgewendete Zeit als Arbeitszeit anerkennt, empfindet die Mentorin als große Wertschätzung. Und nach zwei erfolgreichen Tandems steht für Julia fest: Sie möchte auch künftig Kinder im Projekt „Fit für Fünf“ begleiten. Die Projektstarts finden jeweils Anfang Januar und Anfang Oktober jeden Jahres statt.
Ihren Kolleginnen und Kollegen legt sie das Ehrenamt ausdrücklich ans Herz: „Jeder kann das Engagement einfach einmal für ein halbes Jahr ausprobieren und dabei unmittelbar erleben, wie man in nur einer Stunde pro Woche mit einem Kind Lernfortschritte erzielen kann. Das ist etwas ganz Besonderes. Ich bin stolz, meine KinderHelden-Kinder ein kleines Stück ihres Weges begleiten zu dürfen.“
* Namen von der Redaktion / KinderHelden geändert.